Ich habe schon immer gesagt: Wer hier reingeht und denkt, er trifft auf den Zufall, der hat eigentlich schon verloren. Bevor der Zufall überhaupt eine Chance hatte. Das hier ist kein Ort für Träumer. Das hier ist ein Ort für Leute, die rechnen können. Für mich ist das hier eine Filiale. Mein Arbeitsplatz. Und wie in jedem Job gibt es Tage, da läufts, und Tage, da will man den Bildschirm aus dem Fenster werfen.
Mein Name ist übrigens egal, nennen wir mich einfach einen, der die Zahlen liebt. Ich bin nicht aus Spaß hier. Ich bin hier, weil ich das System besser verstehe als die meisten. Ich hab früh gelernt, dass man gegen die Maschine nicht gewinnen kann. Aber man kann mit ihr arbeiten. Man muss nur wissen, wann man drücken muss und – viel wichtiger – wann man die Finger stillhält.
Vor ungefähr drei Jahren bin ich zum ersten Mal auf
vavada register gestoßen. Ich hatte vorher schon ein paar andere Plattformen durch, aber die meisten waren schnell langweilig. Entweder die Limits waren zu niedrig, oder die Spiele waren offensichtlich manipuliert. Ich will keine Zaubertricks, ich will Mathematik. Also gut, dachte ich, noch so ein bunter Spielplatz. Aber dann hab ich mir die Auszahlungsquoten angesehen. Die Volatilität der Spielautomaten. Die Return-to-Player-Raten. Und ich dachte: Okay. Das ist interessant. Das ist berechenbarer als der Rest.
Ich spiele nicht, weil ich auf das große Glück warte. Ich spiele, weil ich weiß, dass über tausend Runden hinweg die Wahrscheinlichkeit auf meiner Seite sein kann, wenn ich die richtigen Spiele auswähle. Klingt paradox, oder? Ein Profi, der auf Glück hofft? Nein. Ich hoffe nicht. Ich kalkuliere. Ich suche mir Slots mit hoher Varianz, aber ich gehe nur rein, wenn der Bonusmechanismus mir einen statistischen Vorteil verspricht. Das ist wie ein Sonderangebot im Supermarkt. Nur dass hier keine Milch drin ist, sondern virtuelle Münzen.
Ich erinnere mich an einen Abend letzten Winter. Draußen war es eisig, in meiner Wohnung warm. Ich hatte meinen Laptop auf dem Küchentisch, einen Kaffee neben mir – schwarz, ohne Zucker. Ich hatte mir vorher eine Tabelle gemacht. Einsatzhöhe, Gewinnwahrscheinlichkeiten, Stop-Loss-Grenze. Alles notiert. Ich starte die Sitzung, setze die erste Runde. Nichts. Zweite Runde. Nichts. Dritte. Auch nichts. Nach zwanzig Minuten war ich zwölf Prozent im Minus. Ein normaler Spieler hätte jetzt panisch erhöht, um das Geld schnell zurückzuholen. Ein normaler Spieler wäre aufgestanden, hätte sich ein Bier geholt und weitergemacht, bis das Konto leer ist.
Ich nicht. Ich blieb sitzen. Hab meinen Kaffee getrunken und gewartet. Ich wusste, die Maschine musste irgendwann ausspucken. Es ist Physik. Es ist Programmierung. Die Dinger sind so gebaut, dass sie in Intervallen gewinnen lassen. Man muss nur geduldig genug sein, dieses Intervall zu erwischen.
Und dann, gegen elf Uhr abends, passierte es. Die Freispiele kamen. Erst eine kleine Reihe, dann noch eine. Und dann der Overlay-Bonus. Das war kein Zufall mehr, das war vorbereiteter Boden. Innerhalb von einer halben Stunde hatte ich nicht nur das Minus reingeholt, sondern stand zwanzig Prozent im Plus. Ich hab den Computer ausgemacht. Punkt. Schluss. Viele hätten weitergemacht, weil sie dachten, jetzt ist die Serie da. Aber die Serie ist nie da. Die Serie ist nur eine Illusion, die einen in den Ruin treibt. Ich hab meine Tabelle zugeklappt und bin schlafen gegangen. Ruhig. Zufrieden.
Das ist das Geheimnis, das mir keiner glaubt: Ich hab hier meine ruhigsten Momente. Wenn ich spiele, bin ich voll bei mir. Keine Anrufe, keine Kollegen, die quatschen. Nur ich und die Logik. Natürlich gibt es auch Tage, an denen es nicht klappt. An denen die Quote mich verrät. Aber das sind Verluste, die ich einkalkuliere. Das ist mein Risikokapital. Jeder Geschäftsmann investiert Geld, um Geld zu machen. Ich investiere Einsätze, um Gewinne zu machen. Der einzige Unterschied ist, dass mein Büro in der Tasche meiner Jeans steckt.
Ich hab durch die Jahre gelernt, dass die meisten Menschen sich selbst belügen. Sie sagen, sie spielen zum Spaß. Aber wenn sie verlieren, sind sie sauer. Wenn sie gewinnen, sind sie gierig. Ein Profi ist nie sauer und nie gierig. Ein Profi ist neutral. Wie ein Schachspieler, der einen Bauern opfert, um später die Dame zu schlagen.
Manchmal setze ich mich in eine Runde und beobachte die anderen Spieler im Live-Chat. Die schreiben „Noch einmal, Baby!“ oder „Komm schon, dreh dich!“. Ich schreibe nie. Ich hab niemandem was zu beweisen. Ich mach einfach meinen Job. Wenn die Sitzung vorbei ist, ist sie vorbei. Kein Blick zurück.
Das Beste an dieser Arbeit ist die Freiheit. Ich entscheide, wann ich arbeite. Ich entscheide, wie viel ich riskiere. Und ich hab gelernt, dass das Wichtigste nicht das Gewinnen ist, sondern das Aufhören. Wenn du das beherrschst, hast du schon halb gewonnen. Ich sag immer: Der größte Feind sitzt nicht im Casino, der sitzt vor dem Bildschirm und hat keinen Plan.
Also ja, für viele ist das hier Glücksspiel. Für mich ist es Kalkül. Und wenn ich morgens aufsteh und überleg, ob ich heute mal wieder ins Büro geh, dann mein ich das ganz wörtlich. Mein Büro hat keinen festen Standort, aber es hat Regeln. Und solange ich die einhalte, läuft der Laden.